

Andrea Karimé
vor 8 Stunden4 Min. Lesezeit


Andrea Karimé
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Andrea Karimé
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Andrea Karimé
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Andrea Karimé
24. Mai4 Min. Lesezeit
buchstabenrascheln
andrea karimé, kinderbuchautorin
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(Minigeschichten und Notate vom Tag, von einer die für Kinder schreibt, geschrieben in Zeiteinheiten, in denen sie nicht für Kinder schreibt. Ein- oder zweiwöchentlich als Blogartikel namens #tagebuchstaben. Meistens mit Wolken und Morgenkaffee. Wie ich mich schreibend einfinde. Was ich lese und wie das meine Buchstaben rascheln lässt. Immer mit #kidsbookswritersmoments und einem Montagsgedicht.)

Diese Woche dichte ich mit Dickinson und Hummus und reise mit Duvanel. Klaue ein Wort (Marias "Wollwolken"), schwimme im Fluss, schreibe zwei Tage lang mit Kollegin und freu mich über das Cover des nächsten Buchs von Tanja Esch, schreibe Hummus auf Arabisch, Hebräisch, Türkisch und Albanisch. Mit glücklicher Aussicht auf die Vorschau im Bauch finde ich den Midan al Tahrir in Aarau, gegenüber der Kirche, und erhalte eine Einladung nach Sankt Gallen. Also lots of #kidsbooswritersmoments und das Montagsgedicht Kuh und Hut.
Eine weiche See umspült das Haus/ Eine See aus Sommerluft/ Und hebt und senkt das magische Boot/ Auf sorgenfreiem Kurs -/ Der Schmetterling ist Kapitän/ Die Biene Steuermann/ Und als vergnügte Mannschaft/ Heuert ein Weltall an/
Vor meiner Tür steht auch das Weltall. Auf einem magischen Boot über den Treppensee, gerudert, von Schmetterling und Biene. Voll mit Wörtern von Emiliy Dickinson, die den Hummuskiosk besuchen will. Den fröhlichen Hummuskiosk. Ich nehme sie mit in die Cover-Illu von Tanja Esch. Zeige ihr Taube und Tasche. Tausend Zöpfe von Rascha. Breks schwarzer Hund Motek. Ich könnte auch zu jeder Illu ein Gedicht machen, denke ich plötzlich. Wir ringen noch um Farben und Schriften. Aber es wird. Es wird soooo schön. In welchen Sprachen heißt Hummus Hummus? Ja, in vielen. Sogar auf Deutsch. حمص, חומוס humus usw.
Ein Gelb wird noch fein abgestimmt auf dem Cover. Morgen ist es fertig. HWS-Syndrom. Writer’s Schmerzen. Ich reite doch grad gar nichts. Bei mir kommts vom Liegen. Die Sommergrippe plus langes Sitzen in 2 Schreibwerkstätten, wg Fahrtzeiten. Usw. Jammertal wird aber umrudert. Wozu habe ich das magische Boot von Emily Dickinson? Wenn sie sich schon die Mühe macht, bei mir aufzukreuzen kann ich ja wenigstens die Tropfensprache hören, in der das Laub flüstert. Nach dem Regen. Auf dem Weg nach Hause durch den Melaten-Friedhof. Musste Herzding zurückgeben dem Arzt. Schnuppere nun grüne Luft, und die Birkenfreundinnen machen mir Pfad.

Ein Gelb steht und lässt Kind of Color auf Cover leuchten. Jetzt fehlt nur noch das Go des Verlags. Ich dichte tatsächlich unterdessen zu jeder Illu von Tanja Esch und droppe hier nach und nach. HWS will sich auch beruhigen. Nach Übungen für Hals und Kiefer jetzt Koffer packen. Emily zischt mir zu: Und wann ist mit der Poesie? Hol sie aus dem Boot. Stimmt, sie hatte mir Wörter gepackt und mitgebracht. Also dichte ich ein ganzes Gedicht Zauber-Ich nach einer Melodie eines ihrer Gedichte. Genau, ich nehme vor allem den Rhythmus des Texts mit dem magischen Boot. Ohne KI, was denkst du! Danke Emily, happy to have met you.

Weiterwald, so heißt mein Leben. Les ich im Tagebuch. Während über der Gasse in Aarau Wolkenfedern fächeln. Und es hechelt die wunderhübsche kleine Stadt in der Schweiz wegen des ganzen Sommer-Gassen-Krachs. Baulärm. Abends: Straßencafé-Krach. Immerfort Geräusch und Gekräch. Und trotzdem beneide ich die Kollegin Maria, die mir großzügig ihre wunderschöne Wohnung überlässt, um das Leben in dieser Stadt am Fluss. An jeder Ecke Kunst. Italienisch anmutende Bars und Hinterhöfe. Ich sehe arabische Schriftzeichen an einer Garage und ein Straßenschild: Midan Tahrir. Alles ist übersichtlich und du kannst nachts angstfrei über die Kirchtreppe von der Freundin in die Wohnung schlüpfen. Doch Weiterwald, so heißt mein Leben. (Höre dass das Belegexemplar von Rose im Briefkasten liegt. Zuhause. In Köln.)

Der Zug rollt unter Wollwolken (Maria Hächler) an Liestal vorbei, da wo die Schweizer Künstlerin und Schriftstellerin Adelheid Duvanel herkommt. „Schreiben ist ja eine unerhört schwierige Angelegenheit – ein Ende ist nicht abzusehen. Weshalb tut ein Mensch so etwas?“, schreibt sie ihren Briefen an einen Herr Doktor. Ja, das habe ich mich in die zurückliegenden 2 Tage manchmal gefragt, wenn schwierige Schreib-Angelegenheit auf dem Tisch zwischen Pflaume, Banane und Kaffeeschale lag. Am Ende wars aber wie immer erfreulich; den Koffer gefüllt mit Versen und Material für Geschichten, wonne mich nun dem Sonntag entgegen aus einem Samsalasamstag usw nach zwei Tagen schreiben, dichten, Panasch trinken mit der Kollegin Maria Hächler. Und einem Fluss. Mit wasserdichten Beuteln -fürs Handtuch und die Schuhe-, die Maria uns organisiert hat, laufen wir stromaufwärts bei leichtem Regen bis zu einer Treppe, die in olivgrünes Wasser der Aare führt. Und jetzt kommt auch die Sommersonne, und wir werden getragen und gezogen; zwischen Waldstreifen schwimmen wir unter letztem Sommerhimmel mit der Strömung in den Ort zurück.

Kuh und Hut
Kuh muht Wut
Kuh tut Mut
Mut-Wut Glut
Muh-Kuh huht
Kuh muht gut Kuh-Hut tut Hut-Kuh kuht Kuh-Muh ruht













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