

Andrea Karimé
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buchstabenrascheln
andrea karimé, kinderbuchautorin
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(tagebuchstaben sind Minigeschichten und Notate vom Tag, von einer die für Kinder schreibt, geschrieben in Zeiteinheiten, in denen sie nicht für Kinder schreibt. Ein- oder zweiwöchentlich als Blogartikel namens #tagebuchstaben. Meistens mit Wolken und Morgenkaffee. Immer mit #kidsbookswritersmoments und einem Montagsgedicht.)

In diesem Blogartikel lest kidsbookswritersmoments. Zum Beispiel von einer Schülerin, die die Kraft des Gedichts für sich schreibend entdeckt, und ich erzähle, warum Lesetage immer gute Tage sind, trotz allem, und wie mir Lesungen für Kinder eine Zauberhaut liefern. Gegen die Kälte. Proviant und Pelz lieferten Mirjam Zadoff mit ihrem Buch „Wie wir überwintern“ , Kae Tempest mit dem Essay „Verbundensein“ und der Neuköllner Schulleiter Engin Çatık im Podcastgespräch mit Gilda con Arne.
Am Ende findest du das Montagsgedicht "Yom".
Hüsna sagt: „Es fühlt sich gut an so Sätze zu schreiben!“ Sie hat die Kraft der Poesie entdeckt. Sie schreibt: „Ofenwarm ist meine Mama“. Ofenwarm ist ein Wort, dass sie sich aus dem Feder-Bär gepickt hat. Ich nenne das „Geschichtentrick“ Nummer 5 in dieser Schreibwerkstatt in Köln-Kalk. Kids wie Hüsna halten mich bei dieser Arbeit. Verhindern, dass ich in einen sicheren Job zurückkehre. Auch wenn so viele Zeichen dagegensprechen, zB Kulturkürzungen, KI, ansteigende Menschenfeindlichkeit uvm.
Der Neuköllner Schulleiter Engin Catik beschreibt, warum er Lehrer ist und was das Tolle daran ist: „Ich kann von mir reden und ich kann dir sagen, dass ich wirksam bin, wirklich jeden Tag.“ Dieses Wirksamsein spüre ich auch als Kinderbuchautorin an jedem Lesungstag in Schulen.
Es wird durch Verbundensein ausgelöst; Verbundensein mit Text und Kids. Kae Tempest formuliert es so:
„Der Stromkreis verfügt über 3 Pole. Um sie spürbar miteinander zu verbinden, müssen drei Stationen mit gleich viel Energie aufgeladen werden. Diese Stationen sind Autor:in, Text, Leser:in.“ Kae Tempest, Verbundensein. Verbrecher Verlag. (Auch auf Spotify zu hören https://open.spotify.com/intl-de/artist/1YcprGtF13BYCZQK9jYPEw.)
Lesetage sind also Tage von Tempest'schen Verbundensein und deshalb allein Material zum Überwintern. Damit meine ich, dass Lesungen mir eine Zauberhaut geben, „die durchlässig ist für ein empathisches Wahrnehmen des Anderen, aber die zugleich Schutzbarrieren aufbaut gegen die Erschöpfung“, wie Mirjam Zadoff in ihrem spannenden Buch „Wie wir überwintern. Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten!“ schreibt. Ich habe in den letzten 2 Wochen 500 Kinder getroffen. Lobe und Liebe eingeheimst, ihren Fantasien und (poetischen) Sprachen in den Lesungen Raum gegeben. Und eben diese Haut gestärkt, denn zwischen mir, der Geschichte, die ich lese und erlebbar mache und den zuhörenden Kindern entsteht immer ein Kraftfeld. Kae Tempest: „Die Geschichte muss gelesen, der Song muss gehört werden, damit sie ihre volle Wucht entfalten. Das Gedicht, der Roman, die Flugschrift, sind fertig, wenn sie sich jemand vornimmt und sich damit beschäftigt. Verbundensein ist kollaborativ.“
Mit jeder Lesung entsteht ein Raum für Gedanken, mit denen Kinder sich ins Buch mischen. Die Solinger Grundschule, die ich letzte Woche besucht hab, beschreibt das so:
"Heute durften wir die wunderbare Kinderbuchautorin Andrea Karimé an unserer Schule begrüßen. ✨Mit ihren Geschichten, Worten und Bildern schafft Andrea Karimé Räume für Fantasie, Vielfalt und Begegnung. Ihre Bücher laden Kinder dazu ein, Sprache spielerisch zu entdecken, Fragen zu stellen und ihre eigene Stimme zu finden. Danke für diesen besonderen Vormittag voller Geschichten, Wörter und kleiner Wunder. 💛"
*Zitate: siehe Posting @gsscheidterstrasse
Und da ich das Gefühl habe, dass ja ich aus og Gründen zu danken habe, schreibe ich der Schule zurück:
Schukran für den tollen Rahmen mit der Bücherausstellung (12 mal Karimé in der Schulbibliothek), für Kaffee, Kekse und den freundlichen Transfer vom Bahnhof, für perfekte Technik und den Sprachenbaum im Foyer. Spas und Chaly Mamnoun liebe Kinder, dass ihr "Antennenkind" Eure Ohren geliehen habt. (Sind alle wieder dran?) Sbasiwa Kids, für mindestens 10 Sprachen, die ihr mitgebracht habt, für tollkühne Gedanken wie "Spinnst du, man muss in die Schule gehen!", "Karimé kommt bestimmt aus Kanada!", "Das muss ein Mädchen sein, es hat pinkfarbene Kopfhörer!", Lesungsunterbrechungen wie: "Ich hab eine Sprache gefunden!" und abschließende Bemerkungen wie "Das Buch kauf ich mir!" und "Ist das jetzt wirklich zu Ende?" Und faleminderit, Schule, für die engagierte Vorbereitung für den Beitrag mit dem schönen Foto und für das wertschätzende, glitzernde Feedback.)
Und schon bin ich wieder auf Reisen. Im Hotel in Münster, direkt am Wald. Nach drei Lesungen mit Klasse 1-4 der Grundschule Kinderhaus West stakse ich in der Gegend herum und entdecke Unerwartetes: Den Lyrik-Pfad von Annette von Droste-Hülshoff, die Burg Hülshoff, das Wort Taxus: Eibenhecke, das in Annettes Gedichten und Leben eine wichtige Rolle spielt. Auf einer riesigen Wiese spaziert in aller Ruhe und Eleganz ein Storch. Und ich denke: „Das war chillig und warm!“ So ein Erstklässer nach der Lesung zu mir. Im Gästebuch schien ihm das Wort chillig allerdings nicht so passend, denn er schrieb: entspannt. Chillig klingt nach Chilli und das passt doch bestens zu warm, denke ich. Anwesende Sprachen: Somali, Farsi, Dari, Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Russisch, Ukrainisch, Türkisch, Kurdisch, Italienisch, Spanisch, Englisch und Deutsch.
Tanja Esch schrieb mir. Sie wird den Hummuskiosk illustrieren. Ein echter kidsbookswritersmoment. Ihr gefällt das Buch. Sie freut sich. Und ich mich, dass eine so großartige Illustratorin mein Buch mag und sichtbar werden lässt. Und: Jetzt wird es ernst. Es wird ein Kinderbuch mit (nicht über) „jewisharabgerman“ friendship (uvm) erscheinen. Véronique Sina hat das Buch auch schon gelesen und jüdische Stereotype ausfindig gemacht. Bei mir sensibilisierter Person. Aber ich hab keine Zeit mich zu schämen. Stattdessen freue ich mich über die Belehrung und dass grobe Fehler korrigiert werden können. Es wird also ernst, das Buch wird wirklich erscheinen. In Deutschland.
Langsam
eine Schnecke namens Yom schleimt gerade dies Gedicht
es heißt Tag
(und Lexikon)
mehr weiß ich nicht
yom = Hebräisch: Tag יום yom= Arabisch: Tag يوم
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