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buchstabenrascheln
andrea karimé, kinderbuchautorin
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Gemeinsam Geschichten zu erfinden, stellt für ausnahmslos ALLE TEILNEHMENDEN meiner Kinderschreibwerkstätten immer einen der Höhepunkte dar. Das ist Grund genug, es immer wieder zu machen und es als große Empfehlung auszurufen. In diesem Blogartikel schreibe ich, warum Kinder das so mögen, zeige eine fertige Geschichte mit Bildern aus der letzten Schreibwerkstatt und gebe am Ende
5 Praxis-Tipps, schreibe, wie ich Gemeinschaftsgeschichten angehe. In den Fußnoten findest du zusätzliche Hinweise zur Durchführung und Links.
Vorhang auf: Ein ganz normaler[2] Tag der Biene Berta. Eine Geschichte von fünf Mädchen und fünf Jungen im Alter von 9-12 Jahren
Es war eine Biene namens Berta. Berta lebt auf der Wiese mit der Blume Peter. Sie trug jeden Morgen ein anderes Schmuckstück an den Fühlern. Peter und Berta machten immer zusammen Quatsch. [3]Sie fuhren zum Beispiel gern Traktor.
Gemeinsam Geschichten erfinden ist mein heißer Tipp für Kinderschreibwerkstätten. Warum?
Kinder lieben es. Auf die Frage, warum, antworten fast alle Kinder:
„Weil sie so absolut keinen Sinn ergeben“, und einige „Ich finde es toll, dass wir auch etwas gemeinsam geschrieben haben!“
Kinder lieben also den Raum für „nur Lustiges und "sinnfreies" Schreiben“ den das gemeinsame Fabulieren zur Verfügung stellt. Freuen sich über das Miteinander und knüpfen sogar an die Tradition der Surrealisten an, die nämlich in einer Art literarischen Geselligkeit Schreibspiele und -übungen[1] praktizierten und dabei Texte miteinander produzierten, die Sprache und Erzählen revolutionierten.
Berta redete mit Peter auf Deutsch, Türkisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Russisch und Arabisch. Aber Peter verstand nur Wiese. [4]
Eines Tages fing die Nachbarblume von Peter zu brennen an. Und Berta kam mit dem Feuerwehrtraktor und überfährt die brennende Blume. Später kam ein Mensch mit einer Schere und schnitt Peter für einen Blumenstrauß. [5]
In der Tat entstehen auch mit Kindern neue Erzählweisen und Geschichten. Das Bedürfnis, etwas scheinbar „Ohne Sinn“ zu tun, entsteht bei Kindern sicherlich im Kontrast zu den Erlebnissen und Aufgaben in der Schule, wo alles logisch, kontrolliert und korrigiert sein muss. Eine Entlastung und Entspannung in selbst kreierten poetischen Welten. Eine Gemeinschaftsgeschichte kann außerdem ohne große Kontrolle einfach weiterfließen, Stein kann an Stein kicken, und das Fabulieren wird als Spiel erlebt, nicht als Disziplin/Praxis der Literatur.
Aber Berta hatte noch Geschwister. Ihre Familie lebte im Zirkus. Da flog Berta hin und stürzte vom Trapez. Berta musste ins Bienenkrankenhaus. Der Arzt fütterte Berta jeden Tag mit Gurken. Irgendwann hatte sie grüne Flügel und war wieder gesund.
Bertas Schwester Biene Maya war immer fröhlich. Sie spielte immer mit den anderen im Bienenkindergarten. Eines Tages kam Albus Dumbledor zu Besuch und schenkte Biene Maja die Originalbrille von Harry Potter.
Bei einem Wutanfall ist Maja die Brille runtergefallen und in viele Scherben zerbrochen. Mit einer hat sie sich den Flügel abgeschnitten. Da sie Linksflüglerin war.
Ich sag es ja immer wieder: Fantasie ist eine große Kinderkraft. Von ihr können wir lernen. Fantasie ist absolut notwendig, um die komplexen Probleme der Zeit zu lösen. Deshalb ist mir die Fantasie der Kinder so wichtig. Sie zu locken und zu erhalten. In gemeinsam erfundenen Geschichten, in denen das Skurrile imaginiert wird, spielt die Fantasie eine größere Rolle als die Vernunft oder Logik.
In der letzten Woche habe ich eine Schreibwerkstatt für 9-12jährige geleitet. Dabei ist die Geschichte der Biene Berta entstanden. Mit ein paar ergänzenden erklärenden Fußnoten von mir. In denen ich das Rechtschreibprogramm kommentiere, bzw die KI, die sich meldet und meine Vorschläge sichtbar machen, die aber erstens nicht viele sind, zweitens nicht immer angenommen werden, aber manchmal.
Plötzlich tauchte ein Bagger auf und riss das ganze Krankenhaus ab. Als Biene Maya wieder in den Kindergarten konnte, hat die Lehrerin gesagt: Heute lernen wir das ABC „Meine kleinen Bienchen“.
Ein Pferd brachte ihnen erst einmal das Alphabet bei. Plötzlich kam eine alte Frau und ist mit Dumbledore auf dem Pferd weggeritten. Biene Maya verstarb, im Alter von drei Tagen und nachdem sie mit Dumbledore zu viele Süßigkeiten gegessen hat.
Es ist ein weiterer schöner Tag im Leben der Biene Berta, aber leider ist es der dritte Tag der Biene Berta und sie verstirbt. Die tote Biene ist ins Eis reingefallen.
Das hat die Biene Marta gesehen, sie wünschte sich, dass die Sonne scheint. Plötzlich kamen aus der Sonne Hände und schnitten die Biene Martha durch. Da sie durchgeschnitten wurde sah sie nix.
Da kam eine riesige Biene namens Peter, und machte ein großes Loch in die Erde. Aus dem Loch wuchs ein riesiger Baum. Die Riesenbiene Peter machte mit Kindern, die in der Nähe wohnten, am Baum Quatsch. Biene Peter sagte zu seiner verstorbenen Familie: „WIR JAGEN DIE MENSCHEN AUS DEM HAUS UND ZIEHEN DANN SELBER EIN!!!!!“ Der Hase 1163 springt aus dem Baum und beißt Biene Peter einen Flügel ab, links, da sie alle Linksflügler sind. ENDE.
Für Lesungen und Schreibwerkstätten könnt ihr mich ab 2026 gern wieder buchen.
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[2] Das Rechtschreibprogramm schickt mir eine Nachricht zur Überschrift: Versuchen Sie überflüssige Ausdrücke zu vermeiden.
[3] Das Rechtschreibprogramm schickt mir eine Nachricht zum Wort Quatsch: Versuchen Sie Umgangssprache zu vermeiden. Ich kann aber leider nicht antworten.
[4] Vorschlag von mir, der von allen begrüßt wurde.
[5] Ich schlug vor „ab“ zu ergänzen, wurde nicht akzeptiert. Also auch Neusinn in die Grammatik?
(Vielleicht werden sich jetzt doch Kolleg*innen aufregen, hoffentlich nur die, deren Texte von KI wegen Unoriginalität und formaler Eintönigkeit bald ersetzt werden könnten.)
[6] Ich benutze Einfach alles! - Klett Kinderbuch Verlag GmbH, u.a. weil da auf der Rückseite das Wort in viele Sprachen übersetzt ist.
[7] Eine weitere Methode findest du in meinen „Zutatengeschichten“. mit Kindern Geschichten erfinden. (1) Zutatengeschichten (1)
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