"das wort ist ein geschichtenbüro" erik, 4

  • Andrea Karimé

mit Kindern Geschichten erfinden. (1) Zutatengeschichten (1)

Aktualisiert: Aug 12




ZUTATENGESCHICHTEN sind ein guter Start das Kinderinteresse für Geschichten, Poesie und Geschichten und literarisches Handels in Kita und Grundschule (oder zuhause) zu wecken. Deshalb sind sie ein Werkzeug für die Leseförderung. 

Aufgeschnappt habe ich diese Praxis (Methode) bei der Geschichtenerzählerin, Dichterin und Pädagogin Berit Knorr aus Kassel. Sie hat jahrelang in der Kindergemeinschaft des Heilhaus Kassel gearbeitet, Geschichten erzählt und diese Praxis dabei erprobt. So erklärt sie ihre Praxis.
Die Kinder geben mir die Zutaten. Jedes Kind eine: ein Haus, das knallt, ein Pferd, das zaubern kann, ein verrotteter Labellohalter, Tomaten, die man aufklappen kann, rote Schubkarren, Nasenpopel. Ich beginne zu erzählen, die Kinder helfen mit.“
Auf ihrer Website http://eusebya.gmxhome.de/ findet ihr die Geschichte vom Knallhaus komplett abgedruckt. 



ZUTATENGESCHICHTEN GIBT ES BEI MIR IN ZWEI VARIANTEN:


Variante 1: Du erzählst mit Kindern aus dem Stehgreif mit den Zurufen und Ideen der Kinder eine erfundene Geschichte. Sie verfliegt oder wird aus dem Gedächtnis der Kinder immer wieder neu erzählt. 

Variante 2: Du sammelst die Ideen der Kinder und erfindest die Geschichte im Kämmerlein. Die fertige Geschichte liest du den Kindern vor.  




VARIANTE 1 - SO GEHTS:
Du brauchst einen Topf und einen Löffel und eine Kindergruppe. Schön ist, wenn Topf und Löffel gut zusammenklingen. Das hast du noch eine klangliche Unterstützung, die die Kinder sehr mögen. (Ich habe damals einen ollen Topf aus dem Sperrmüll gefunden und ihn umfunktioniert (komplett ohne Deko) und einen alten Holzlöffel von meiner Oma genommen. Der Klang ist glockig. Und meditativ.) 

Zu Beginn erkläre ich den Kindern, dass ich eine Geschichte kochen möchte und noch ein paar Zutaten brauche. Die Kinder rufen Sie mir dann zu; ich rühre und denke nach. Die Geschichte muss noch ziehen, sage ich. In dieser Zeit denke ich mir die Geschichte aus. Wenn mehrere Kinder eine Zutat haben, erzähle ich mehrere Geschichten hintereinander. Die Kinder erzählen mit, wie bei Berit Knorr.

Hier ist ein Video, das illustriert, wie ich Kindern die Sache schmackhaft mache. Es ist zu Coronazeiten entstanden, als ich nicht auftreten konnte. Die fertige Geschichte kannst du mit vielen anderen Zutatengeschichten auf meinem Podcast hören. https://soundcloud.com/user-680070392-976846329/sets/zutatengeschichten



VARIANTE 2 - SO GEHT’S:
Ich lasse mir von Kindern Zutaten geben und schreibe die Geschichte ohne sie. Dann nehme ich bis zu 50 Zutaten in eine Geschichte. Ein Beispiel kannst du dir ebenfalls auf meinem Podcast anhören.
https://soundcloud.com/user-680070392-976846329/unter-wasser-wild-mit-zutaten-von-klara-und-nawid-und-den-ausmalomatkindern?in=user-680070392-976846329/sets/zutatengeschichten
(Zu dieser Geschichte kannst du dir ein Ausmalbild auf https://www.abaraya.com/22ndforestlane/?page_id=281 runterladen.)

Variante 2 eignet sich besonders gut für Projekte. Das Bilderbuch „Weltallwelt im Weltallzelt und ein Schatz“ ist so entstanden. Alle Ideen zum Thema Weltall wurden aufgeschrieben und flossen in einen kleinen unakademischen Plot. Aus allem wurde ein echtes Bilderbuch gedruckt und am Ende der Kita-Zeit überreicht.


Durch Corona eingeschränkt habe ich vermehrt Zutatengeschichten der Variante 2 erzählt. Kinder konnten mir über ihre Eltern, durch Instagram und Facebook übermittelt Zutaten schicken und ich habe die Geschichte am folgenden Samstag auf meinem Podcast veröffentlicht.

Hier eine Post eines sechsjährigen Mädchens:

Die Geschichte dazu findet ihr auf dem Podcast: https://soundcloud.com/user-680070392-976846329/sets/elefant-der-etwas-sehen-wollte



WAS BRINGEN ZUTATENGESCHICHTEN FÜR DIE LESE - UND SPRACHFÖRDERUNG? ·

  • Sie sind ein guter Einstieg in alles was mit Geschichten zu tun hat. Kinder erleben hier in gemeinschaftlicher Aktion wie eine Geschichte entsteht

  • Kinder entwickeln Geschichtenideen.

  • Sie lernen vom Vorbild und erleben sich aber schon als aktive Geschichtenbauer. Wenn du erzählst werden es die Kinder mit denen du arbeitest auch tun.

  • Sie fühlen sich wertgeschätzt, weil ihre Idee verarbeitet wurde.

  • Die Zutatengeschichte wird zur eigenen Geschichte, da sie dazu beigetragen haben und das stärkt ihre Fähigkeiten.

  • Sie entwickeln ein Interesse an Geschichten, und auch das ist ein Weg zu, Lesen und zu Büchern.

  • Das aktive Erzählen erweitert den Wortschatz.

  • Kinder können mitmachen, auch wenn sie sich noch nicht trauen, selbst eine Geschichte zu erzählen, es ist ein niederschwelliges Angebot mit Sprache, das Spaß macht.



  • Kinder können auf ihrem Niveau Ideen einbringen und in allen Sprachen mitmachen. Es ist ein positiver Spiegel ihrer Sprache.

  • Beim Erzählen haben die Kinder ein gutes Erlebnis im Zusammenhang mit Sprache und das speichern sie. Je mehr Erlebnisse dieser Art sie haben, desto mehr schmilzt die eventuelle Abneigung gegen alles was mit Sprache zu tun hat.

WARUM LIEBEN KINDER ZUTATENGESCHICHTEN?

  • Die Geschichten, die entstehen sind oft voller Unsinn und schräger Fantasie. Kinder lieben Quatsch und Unlogisches. Es ist ein Zeichen ihrer Experimentierfreude und Ausdruck ihrer Fantasie. Und wenn Erwachsene Quatsch machen, freuen sie sich besonders und es fesselt ihr Interesse.

  • Kinder lieben es erzählt zu bekommen, sie erleben das als Zuwendung durch den Erwachsenen.

  • Kinder lieben, dass sie Teil der Geschichte sind.



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