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"das wort ist ein geschichtenbüro" erik, 4

  • AutorenbildAndrea Karimé

Mein Jahresrückblick. Schreiben Verbundensein Risse

Aktualisiert: 21. Dez. 2023


Ich immer mit Koffer, immer unterwegs, immer auf Rückblick.
Bild: Anna-Lisa Konrad

2023 hat mir sehr viel Anerkennung und Würdigung und gebracht, unglaublich viel Verbundenheit privat und beruflich, aber auch eine große Krise. In meinem Jahresrückblogartikel erzähle ich Euch von Highlights und Tiefpunkten und die Auswirkungen auf mein Leben und meine Arbeit. Insgesamt gibt es vier wichtige Oberthemen, die mich in diesem Jahr begleitet haben.

 

1.Verbundensein (Kae Tempest "On connection"); Immer mehr Verbundenheiten entstehen in meinem Leben. Bei meinen über 200 Lesungen mit Kindern zum Beispiel.

2.Krise/Risse ausgelöst durch den 7.10. Seitdem hat sich mein Leben privat (und beruflich zum Teil) sehr verändert.

3.Lorbeeren/Ernte. Mein Arbeit wurde besonders gewürdigt und anerkannt. Zum Beispiel hab ich einen großen Preis eingeheimst.

4.Immer weiter Schreiben. 3 Neuerscheinungen- Hurra! Schreibroutinen vertiefen sich. Morgenseiten, Notizbuch, Gedichte, Geschichten. Vorträge. Artikel. Minizines, Blogtexte. Laudatio.

 

1 Verbundensein und meine Arbeit

In mehr als 200 Lesungen viel Verbundensein mit Kindern erlebt – Erkenntnisse des letztes Jahres

„Der Stromkreis verfügt über 3 Pole. Um sie spürbar miteinander zu verbinden, müssen drei Stationen mit gleich viel Energie aufgeladen werden. Diese Stationen sind Autor:in, Text, Leser:in.“ Kae Tempest, Verbundensein. Verbrecher Verlag. (Auch auf Spotify zu hören https://open.spotify.com/intl-de/artist/1YcprGtF13BYCZQK9jYPEw.) 
In diesem Jahr habe ich 213 Lesungen vor Kindern gemacht. Ich bin schätzungsweise 8000 Kindern begegnet, habe mit Ihnen diskutiert, habe ihren Gedanken gelauscht, ihre Umarmungen und Lobe eingeheimst, ihren Fantasien und (poetischen) Sprachen in den Lesungen Raum gegeben. Und gerade in den letzten Monaten ist mir bewusst geworden und habe ich körperlich erlebt, dass in (beinahe) jeder Lesung ein Kraftfeld entsteht. Zwischen mir, der Geschichte die ich lese und erlebbar mache und den zuhörenden Kindern. Ein Kraftfeld, was mir unglaublich viel Energie gibt. Im Essay von Kae Tempest habe ich Gedanken dazu gefunden. 
„Die Geschichte muss gelesen, der Song muss gehört werden, damit sie ihre volle Wucht entfalten. Das Gedicht, der Roman, die Flugschrift, sind fertig, wenn sie sich jemand vornimmt und sich damit beschäftigt. Verbundensein ist kollaborativ.“ 

Ich übersetze Kindern diesen Tempest'schen Gedanken in Lesungen und erkläre, wie wichtig sie, die Kinder, für meine Geschichte sind.

Das löst Staunen, Irritation, beseelende Nachfragen aus!


Auch Erwachsene spüren dieses Verbundensein in diesen Lesungen oft.

Meschede, 12/23


Dieses Kraftfeld ist es, was mich dabei unterstützt diese wichtige Arbeit zu machen. Sie auch nächstes Jahr weiterzumachen. Die schrecklichen Zeiten zu überstehen. Ab Mitte September habe ich noch ein paar Termine frei. Ich freu mich auf Anfragen auf https://andreakarime.de/kontaktPlus.php?.  

"Öykü – Oder „Frau Karimé, ich heiße Geschichte!"

Lesungen mit Kindern die sich in mehreren Kulturen auskennen

Ein weiterer Verbundenseinsfaktor in Lesungen ist ja eh meine Liebe zu Kindern. Und die Liebe, die Kinder in Lesungen sprühen. „Frau Karimé du siehst schön aus!“ (Meschede, Dezember 23.) „Ich weiß jetzt, welches mein nächstes Lieblingsbuch ist!“ (Stuttgart, April 23)

Wenn zudem Kinder in meinen Lesungen dabei, die sich aber in mehreren Kulturen auskennen, so wie ich es ja oft in meinen Kinderbüchern erzähle, dann vertieft das diese Verbundenheit.

 

Hier aus einer Fanpost, die ich als Directmessage auf Instagram nach einer Lesung bekam. Ich frage allerdings nie! aus welchen Ländern die Kids komme, sondern immer nur: Wer von Euch spricht in der Schule Deutsch und switcht zuhause in eine andere Sprache?

Luzern 11/23

So habe ich es in diesem Jahr in den meisten Lesungen erlebt, denn es gab nicht eine einzige Klasse oder Kindergruppe, in denen keine Kinder waren, die sich mit mehreren Kulturen auskennen.

Im nächsten ersten Schuljahr erwarten wir 50 Prozent dieser kompetenten Kinder. Sodass meine Lesungen und die aller Autor*innen die sich in mehr als einer Kultur auskennen von besonderer Bedeutung für alle Kinder sind. Ich erlebe Kinder, die sich auch nach der Lesung noch mit „Geheimnissen“ oder besonderen Expertisen an mich wenden. 

Weissach 10/23

Verbundenheit natürlich, weil ich diese Struggles und Selbstbefragung noch zu gut erinnere. Aber auch die Credits, die man mitbekommt, als Kind mit einer sogenannten „Mixed Identity“.

 

Ein Mädchen in Konstanz kam nach der Lesung von Planetenspatzen zu mir und sagte mit geheimnisvoller sehr leiser Stimme: „Ich heiße Öykü!“ Ich natürlich sofort interessiert: „Klingt schön!“ Mädchen antwortete mit eindringlicher Stimme: „Öykü heißt Geschichte!“ Ich begeistert: „Wow!“ Kind stolz: „ich heiße Geschichte!“


Verbundenheit, Wertschätzung, Vertrauen.

 

Über dieses Kraftfeld und seine Auswirkungen in Lesungen schreibe ich in diesem Blogartikel ausführlicher https://www.buchstabenrascheln.com/post/was-mir-lesungen-mit-kindern-bedeuten-die-sich-in-mehreren-kulturen-auskennen

  

Meine Kinderbuchgeschichten und Lesungen lassen u.a. die Kinder aufleuchten, deren Sprachen bisher nicht gewürdigt wurden. Kinder stehen stolz auf und verkünden ihre Kenntnisse. Einmal hat ein türkisch sprechender Junge mein Mikro genommen. (Luzern, November 23) Einmal kam kurdisch-türkisch-arabisch sprechender Vater, der als Begleitperson dabei war, hinterher auf mich zu und nahm meine Hand, bedankte sich. Und sagte: Das war sehr sehr schön. Da waren Welten und Wärme im Händedruck. (Bonn, Käpt'n Book 11/23)

 

Nach der Lesung kommen die Kinder in der Regel auf mich zugestürmt. Wegen einer Autogrammkarte, aber auch wegen vielen anderem was sie loswerden wollen: Fragen, Expertisen, Komplimente,

Das alles ist auch Verbundensein für mich und hat mir in diesem Jahr ganz besonders gezeigt, wie wichtig es ist, was ich mache. Für mich, die sich in Lesungen wiederfindet. Für Kids, deren Fähigkeiten ignoriert und als Problem gesehen werden. Sogar für Eltern. Das beschreibe ich im nächsten Absatz

 

#machdichstarkdurchschreiben - Verbundensein in Schreibwerkstätten

Auch in Schreibwerkstätten erlebe ich dieses Verbundensein. Ich hab mindestens 10 Schreibwerkstätten im letzten Jahr gemacht, mal kurze, mal längerer. Dabei erlebe ich immer eine vergnügliche Kompliz*innenschaft von mir und den Kids, vor allem durch das Teilen von Fantasie und Poesie. Ein besonders schönes Erlebnis war

Schreibwerkstatt in Kaufungen 7/23

der Abschluss des Projekts Autor*innenpatenschaft am Jahresanfang.

Nach etwa einem Jahr gemeinsamen Schreibens mit 9-10 jährigen Kindern, präsentierten wir Geschichten und Gedichte mehrsprachig vor den Eltern der Kinder. Kurdisch, Türkisch, Arabisch, Albanisch, Russisch und Französisch waren vertreten. Die Texte haben mehrsprachige Kolleginnen übersetzt, da die Kinder natürlich in erster Linie auf Deutsch schrieben. Den nachfolgenden Text hat zum Beispiel Jan Dost, ein kurdischer Schriftsteller, übersetzt.

Aus dem Buch "Sprache ist eine Welt", kostenloser Download https://www.boedecker-buendnisse.de/woerterwelten/nordrhein-westfalen-von-weltraumklongs-und-watschkahunden-empowerment-durch-sprachen-figuren-und-welten-schreiben/

Die Eltern waren verblüfft. Ihr Kind las auf Deutsch vor. Das dazugehörige Bild präsentierte den Text in der Herkunftssprache. Spontan standen Eltern auf und lasen ebenfalls vor, das hatten wir gar nicht geplant, war aber überwältigend.

Chaima und Dren präsentieren ihre Texte. 1/23 Köln Kalk

2 Krise nach dem Siebten Oktober / Risse


Deutsche Kinderbuchautorin sein, mit "Herzzweigstelle" im "Nahen Osten"

Mein Vater stammt aus dem Libanon. Er ist in den 60er Jahren als Student nach Deutschland gekommen, hatte einen großen Koffer voller Sprachen dabei und bis 1988 geblieben. Was sagt das über mich aus? Nichts. Ich bin aus Deutschland. Deutsch ist meine Muttersprache, Deutschland meine Heimat. Ich bin der Reflexion der Shoah verpflichtet. Meinen Kinderbüchern merkt man eine sogenannte "Internationale Biografie" an.

Damit habe ich viele Alleinstellungsmerkmale, mit denen ich den Kinderbuchbetrieb bereichere: Ich erzähle Kinder, die nicht nur weiß und deutsch sind, Kinder die in irgendeiner Weise mit Mehrsprachigkeit zu tun haben und dichte mit Wörtern aus Sprachen die Kinder in Deutschland sprechen. Bei Autorenlesungen erleben Kinder, dass man auch mit arabischem/ausländischem Namen/Biografie Autorin werden kann und dass ihre besonderen Kenntnisse wichtig für die Welt sind.

Seit dem siebten Oktober aber gab der Fakt, dass ich einen arabischen Vater habe, einigen Leuten Anlass zu Misstrauen. "Hältst du denn zu Hamas?", wurde ich zB gefragt, weil ich AUCH Mitgefühl mit den Opfern in Gaza hatte. Man war sich also nicht sicher, ob ich zu herzlosen ekelhaften Meuchelmördern halte. Das konnte ich nicht mehr weglächeln. Ich fühlte einen Makel wieder aufleben, den ich seit Kindertagen fühle: Nicht dazuzugehören. Der kleine Schatten meines libanesischen Vaters zu sein, ebenso seltsam und fremd und anders. Mein deutscher weißer Therapeut empfahl mir, erstmal nicht mehr über meine libanesische Herkunft zu sprechen, sie nicht mehr zu erwähnen. Mein banges Kindergefühl kam wieder hoch. Und warf mich in eine Krise. 
Fotomontage aus meinem Buch "Wörter Wörter Himmelörter" Konkursbuchverlag

Im Fempire Podacast formulieren Schriftstellerinnen Rasha Khayat und Lena Gorelik, was mich seither beschäftigt, verunsichert und wo unsere Perspektiven liegen könnten. https://podcasters.spotify.com/pod/show/rasha-khayat

Ein verdächtiges Kindergedicht

Schlimmste Reaktion: Eine Frau, mit der mich 40 Jahre Freundinnenschaft verband, brach wegen eines Kindergedichts den Kontakt zu mir ab. ich habe darin die Worte für Frieden auf Arabisch (Salam) und Hebräisch (Shalom) verarbeitet. Sie wurden die fantastischen Friedenstierwesen. Beide haben "Mitfühler" und weben einen Herzschal für die Welt. Die (nichtjüdische) Person fand, dass ich mich über Juden lustig mache, kein "Wunder bei meiner Herkunft" und brach den Kontakt ab.

Risse / bleibend kritische Zeiten

Das war eine schwere Krise, in der ich erstmal nicht fähig war zu sprechen. (Auch weil ich meine Sorgen nichts angesichts des Leids der Betroffenen Israelis, Juden und Palästinenser*innen nicht in den Mittelpunkt stellen wollte. Aber auch, weil ich erst einmal nicht verstand was mit mir los war und mir passierte!)

Aber nach und nach bemerkte ich, dass es mir nicht allein so ging, wie es mir ging.

"Mich hat das in so eine Art Identitätskrise gestürzt. Vielleicht war es auch naiv zu denken, ach komm, irgendwie gehöre ich doch schon zu Deutschland dazu. Aber auf einmal hatte ich wieder das Gefühl ... ich gehöre hier nicht dazu, ich werde immer "das andere" sein." Rasha Khayat im Fempire Podcast. https://podcasters.spotify.com/pod/show/rasha-khayat



Als Jouanna Hassoun, eine Pädagogin mit palästinensischen Wurzeln und Shai Hoffmann, ein jüdischer Pädagoge im Video sagten, dass sie immer noch an Dialog glaubten und deshalb Schulen „Trialoge“ anboten,( https://transaidency.org/trialoge-israel-palaestina/ ) hab ich vor dem Rechner geheult.


Nach 3 Wochen „Wortloss“ (Tomer Gardi) traf ich das erste Mal live ein paar Kolleg*innen(of color), die mich und meine Struggles verstehen konnten und bereit waren sich länger darüber zu unterhalten.

Und allmählich kam das Vertrauen ein bisschen zurück.

Weitere Räume öffneten sich, neue Kontakte entstanden. Alte haben sich getrennt oder vertieft. Immer mehr Menschen tauchten nach und nach in meinem Leben auf, die auch für Frieden und Menschlichkeit sind, für Dialog und gegen Polarisierung und Feindschaft. Und gegen jede Art von Diskriminierung.

Gott sei Dank gab es das Internet. So stieß ich auf "Transaidency" mit Shai Hoffmann und Jouanna Hassoun, und die Arbeit der "Bildungsstätte Anne Frank" https://www.bs-anne-frank.de/,  auf "Standing together in Israel" https://www.standing-together.org/en und "palestinians and jews for peace" https://www.instagram.com/palestinians_jews_for_peace/ in Köln, denen immer mehr Menschen folgen. In Stuttgart wird die Initiative "Schalom und Salam" immer sichtbarer https://schalomundsalam.de/. Und viele mehr. Auf Instagram brachte Max Czollek unermüdlich und warmherzig Klarheit in den Diskurs-Sumpf https://www.instagram.com/max_czollek/ und sein gemeinsames Denken und Fragen mit Hadija im "Trauer und Turnschuh" Podacst https://www.fischerverlage.de/spezial/podcast_trauer_und_turnschuh haben mir ebenso geholfen, meine Lage zu verstehen und als strukturell zu begreifen. 

Der Nahost-Krieg ist immer noch nicht zu Ende, die Feindseligkeiten in Deutschland auch nicht, Antisemitismus ist unfassbar gestiegen , antimuslimischer Rassismus auch; meine Krise ist noch nicht ganz vorüber, aber immerhin mein Vertrauen gestärkt, dass es immer Menschen geben wird, mit denen ich mich verständigen kann. Die für Menschlichkeit sind und für Frieden. Aber ich weiß jetzt sicher, was ich immer geahnt habe; wie schnell meine Existenz in Deutschland in Frage gestellt werden kann, dass ich "immer das andere sein" werde, weil mein Vater aus dem Libanon stammt.

 

Lorbeeren

 

Ich gewinne einen besonderen Preis /meine (BIPoC-) Community macht Stimmung für meine Arbeit 


Preisverleihung, Leipziger Buchmesse, Foto: Matthias Ritzmann

Als mich Ines Dettmann vom Jungen Literaturhaus Köln im Oktober 2022 anrief, um mir mitzuteilen, dass mich die Jungen Literaturhäuser für ihren Literaturpreis nominieren wollten, erwischte sie mich im Hotelzimmer in Stuttgart bei einer Nachmittagssiesta. Ich war voller wows!

Der Preis der Jungen Literaturhäuser wird alle 2 Jahre an eine Autor*in vergeben, die sowohl tolle Bücher schreibt, als auch besonders spannende Lesunegn mit Kindern machen. 

Ines durfte mir noch nicht sagen, dass Tamara Bach und Tobias Elsässer mit mir nominiert waren,  erklärte mir aber das Publikumsvoting und fragte, ob ich einverstanden wäre und die Nominierung annähme. Anfang Februar sollte ein Vorstellungs-Video ins Netz gestellt werden, von den Jungen Literaturhäusern finanziert, und von März bis Mitte April sollte dann die Abstimmung laufen. In dieser Zeit fanden bezahlte Lesungen in drei Jungen Literaturhäusern statt. Mit Live-Stream in alle Wohnzimmer. Das alles war schon eine Riesenfreude.


Der Höhepunkt aber war, dass die Instagram-Community für mich entschieden hat. Influenzer*innen of Color wie Sarah Vecera, Hadija Haruna Oelker und Tebalou, aber auch viele regelmäßige und überraschende Supports gabs, von Fans und Freund*innen, Kolleg*innen, tolle besondere Sachen wie von Mariela Georg, die ein Extraposting für mich gemacht hat und Maria Hächler oder Maria Benson Verlag. Susann Bee, die mit mir eine kleine Strategie besprochen hat. Kull lu Einmalig. Das wirklich so viele mich unterstützen würden: 1 Wahnsinn. (Menno, würde Simone Scharbert sagen.) Wenn ich den Preis nicht gewonnen hätte, wären meine Taschen auch voller Liebe gewesen. Aber dann hab ich echt gewonnen und Geld kam dazu. 


Weitere schöne Auszeichnungen in diesem Jahr:

"Planetenspatzen" landet auf der Shortlist zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 


"Minu und der Geheimnismann" ist Buch des Monats Mai der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur 

Ich werde Vorlesebotschafterin in Köln 

Eine ebenfalls schöne Anerkennung war die Anfrage der Lesewelten, ob ich Lesebotschafterin werden will. Erst dachte ich: Oh no nicht noch ein Ehrenamt! Aber bei näherem Hinsehen erkannte ich dass Lesewelten Köln richtig tollen Arbeit machen, Vorlesen in so vielen Kitas und Flüchtlingsunterkünften. Das finde ich super. Deshalb und weil ich das Vorlesen ja auch wichtig finde, habe ich Ja gesagt! 


Mit dem Vorlesemaskottchen Liesbert Botschafterin der "Lesewelten Köln"

Ich schreibe meine erste Laudatio

Als mich Marion Sand anrief, um mich zu fragen, ob ich für Simone Scharbert eine Laudatio im Rahmen des Erfstädter Kulturpreis schreiben würde, war ich geschockt. War ich überhaupt kompetent genug, dies zu tun? Nun ja, aber ich habe ja auch immer diese Stimme der 12jährigen in mir, die sagt: Andrea, du kannst vom 10-Meter-Turm springen, auch wenn du Angst hast, nur eben mit der Angst. (Als Kind hab ich das dann wirklich getan :))

Diese Stimme war dann lauter und ich schrieb und schrieb. Mit dem Ergebnis, dass ich es als Ehre verstanden habe, dass das Schreiben daran viel Spaß gemacht und meinen Schreibhorizont erweitert hat und sich Simone Scharbert wirklich sehr gefreut hat.


Mit Simone Scharbert beim Erftstädter Kulturpreis 23

Leben in Alfabeten - Mein Schreiben (für Kinder) wächst weiter 

 

Immer weiter schreiben

 

Immer weiter schreiben, ist und bleibt die Devise und wenn es auch noch so kleine Slots sind. Morgenseiten wenn möglich jeden Morgen. Warm schreiben. Aufräumen, das Hirn. Sammeln. Unterwegs auch sammeln mit einem kleinen Notizbuch, die Wörter wie Steinchen in die Hosentasche. Reimen und immer wieder federleichte Montagsgedichte daraus machen.


Fundstücke aus Morgenseitenheften und Notizbücher einmal im Monat abtippen, archivieren, für Aufträge nutzen, etwa den Artikel für die Zeitschrift Mosaik „Der Babelfisch und die Kommoden“ mosaik41 – Ein Kind braucht einen Baum – liberladen oder für Literatur im Rheinland. „Blanka Beirut und die Zungenmosaike“

Aber natürlich landen Fundstücke auch immer wieder in Büchern, manchmal schreibe ich ganze Anfänge in die Morgenseiten. Manchmal mach ich Zines.

Zine für die Onlineausstellung Boom-Zines. siehe auch https://www.boomzines.com/zinemakersandselfpublisher/andrea-karime

Wörter Wörter Himmelörter – Ich freu ich über drei Neuerscheinungen 2023

 

Im Nilpferd Verlag Wien erscheint mein Buch „Minu und der Geheimnismann“, obwohl es nicht den herkömmlichen Plotgesetzen entspricht. In Österreich wird das Buch sofort gefeiert, aber auch in Deutschland würdigt man den poetisch-fantastischen Spaziergang mit Blumen, Freundschaft, Wörtern und Weit-weg-Personen. Die deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zeichnet es aus: Buch des Monats Mai 2023. BUCH DES MONATS Archive - Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur (akademie-kjl.de)

 



Die diskriminierungssensible Alle-Kinder-Bibel, die ich im Auftrag der Vereinten Evangelischen Mission geschrieben habe, ging durch die Decke: Im Erscheinungsjahr 2023 erzielt sie bereits 5 Auflagen. Mein (wirtschaftlich gesehen) erfolgreichstes Buch: eine Auftragsarbeit. Und meine Sichtbarkeit hat sich wahnsinnig erhöht.

 

Und last but not least erschien „Wörter Wörter Himmelörter – Sprachen erfinden" im Konkursbuch Verlag. Eine Sammlung von Texte zu den Themen: Fantasie, Schreiben, Dichten, Mehrsprachigkeit, Kinderliteratur. Ich bin dem Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke wirklich sehr sehr dankbar.


Katze Kakao und das Montagsgedicht

 

In mein Neujahrsgedicht, was ich traditionell seit 23 Jahren schreibe, ist die Katze Kakao gehüpft. Seitdem schreib ich immer wieder Kinder-Gedichte in denen sie den Ton angibt, eine ganze Reihe existiert schon, viele auf Instagram als „Montagsgedicht“ veröffentlicht. Und überhaupt wurden die Montagsgedichte immer wichtiger. Als Versuch, als Kreativitätsübung, als Dichttraining. Am Ball zu bleiben hab ich auch dadurch gelernt.

Eine weitere Reihe im Montagsgedicht ist die „Kindergedichte aus der Dilltasche“.

Ich sammle auf meinen Lesungen Wörter, nichtdeutsche Wörter,  aus Sprachen die Kinder in Deutschland sprechen. Bekomme also eine Art Wortgeschenk. Damit habe ich dann im besten Falle einen Einfall, der dann im besten Fall ein Gedicht wird. Nicht immer sofort perfekt, manche überarbeite ich im Nachhinein, aber immer lesenswert.

Eine Reihe in der Reihe „Kindergedichte aus der Dilltasche" war die Dezemberausgabe von Wörtern aus Arabisch und Hebräisch. Alle auf Instagram. https://www.instagram.com/andreakarimee/




Und was sonst noch so los war!

Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres


  • Lesungen mit Kindern, die sich in mehreren Kulturen auskennen

  • Kleine Audiothek zu meinem Buch Planetenspatzen

  • Diversity, ich bin müde.


Mein Jahr 2023 in Zahlen


  • 213 Lesungen für Kinder in Bibliotheken, Schulen, Lesefestivals, Kitas, Unis

  • 2891 Follower auf Instagram

  • 12 veröffentlichte Blogartikel

  • 3 neue Bücher

  • 30 Jahre Arbeit mit Kindern- (14 Jahre Schuldienst, 16 Jahre freiberufliche Kinderbuchautorin, Lesekünstlerin, Schreibwerkstattleiterin)

  • 7 Vorträge über Poesie, Mehrsprachigkeit, Kinderliteratur und Pädagogik


Random Spotlights on Connection

Diese Zusammenstellung ist nicht vollständig. Ich hatte natürlich noch viel mehr (auch wichtige) Begegnungen. Aber mich hat beim Schreiben des Jahresrückblicks auf den letzten Metern 2023 noch ein langlästiger Virusinfekt erwischt. Deshalb diese unvollständige Fotostrecke.

Kinderbuchkollegin Susann Bee und ich starten eine Insta-Live-Serie: Der Kinderbuchberuf und - betrieb aus der Perspektive von Persons of Color. Einmal im Monat auf Insta Live. Immer zum Nachschauen gespeichert. Mit Buchtipps.


Mein rundster Geburtstag. Mit einem Fest und einer Lesebühne.Das war so fein im Kaffee to go in meiner Nachbarschaft. Mit Familie, Freund*innen und Kolleg*innen.


Die libanesisch-us-amerikanische Künstlerin und Dichterin Etel Adnan in einer Retrospektive in Düsseldorf. Ein Ausstellungshighlight. Ich durfte dort auch für Kinder lesen. In dieser Ausstellung fand ich ein Kinderbuch mit dem Namen des Geburtsorts meines Vaters auf dem Cover. Die Graphic Noven von Leila Abdelrazaq: Baddawi. Hier schreibe ich darüber: https://www.buchstabenrascheln.com/post/wenn-der-heimatort-deines-vaters-im-kinderbuch-auftaucht


Mit meiner Mutter anlässlich ihres runden Geburtstags in Zürich. Drei Tage Zürich, auch mit Kusine und Tante, im Anschluss an eine Lesereise.


Treffe Yinka und ihre zauberhafte Kids auf Ellen Wagners Communty-Fest.


Meine Freundin Ellen Wagner auf Besuch in Deutschland. Sie lud Freund*innen und Kolleg*innen zu einem großen Community-Fest in Köln ein. Hier mit Idzumi Neumärker.


Dezember



Lounge der Platform: Boomzines. Mit ganz vielen tollen Leuten und Selfpublisher*innen. Ich durfte auch Titel einreichen.https://www.boomzines.com/zinemakersandselfpublisher/andrea-karime


März



Ein zauberhafter Abend mit Chantal-Fleur Sandjon aus Berlin in Köln.

Oktober


Freund und Künstlerkollege Thomas Bäder in Schwäbisch Hall besucht . 10/23


Mit Künstlerin und Autorin Maria Hächler immer gern immer wieder in der Schweiz.


August


Krähen auf Schiermonnikoog. Mein Urlaub mit einer Freundin auf einer hollandischen Insel hat die Freundschaft mit Krähen heraufbeschworen.

Dezember


Jessica Lawson schickt mir ein Adventskalenderzine.

September

Mit Jessica Lawson beim Vielfalter Festival

Oktober


Zum ersten Mal live getroffen: Die Autorin, Verlegerin und Schauspielerin Dayan Kodua. Es war eine tolle Lesung und ein wunderbares Abendessen. Bonn 10/23

Literaturhaus Kassel. Ich treffe meine alte Studienfreundin Cornelia Liermann wieder und eine neue Kollegin: Anna Maria Passler. An der Seite: 1 Arm von Chantal-Fleur-Sandjon. Vielfalter, 9/23

September


Ein gemeinsamer Auftritt mit meiner Freundin Gala Hummel im Kultursalon Poll von Anke Glasmacher und anderen.

Oktober

Gemeinsames Postkarten-Projekt mit Saliha Soylu. Ludwigsburg 10/23

Zum ersten Mal live: Isabel Abedi, eine echte Sister (in writing and Mixed Identity.)

ab September 23


Koffer oder krank. In diesem Jahr hats mich vor allem ab Herbst oft erwischt.

Meine Ziele für 2024


  • Ziel 1: Mehr Urlaub nehmen. Auch wenn ich einen schönen Beruf habe, und ich gern viel arbeite, brauche ich definitiv mehr Pausen. Keine Veranstaltungen im August und fest geplant sind ein dreiwöchiger Urlaub am Meer im September und eine Woche in der Natur im Februar. Eine Woche im April und eine im Juli wird es noch geben. Mal sehen ob das dann reicht 😊

  • Ziel 2: Mehr Lesen. Ich habe letztes Jahr weniger gelesen als im Jahr zuvor. Das fehlt mir. Deshalb werde ich mehr Lesezeit haben.

  • Ziel 3: 32 neue Bibelgeschichten schreiben. Der nächste Auftrag der VEM, bis Ende Juli müssen sie fertig sein.

  • Ziel 4: ein Newsletter über Mehrsprachigkeit, Poesie, Fantasie

  • Ziel 5: Mein Masterpiece anfangen :)

Mein Motto: Weniger ist Meer!


 

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